Eine Lokomotive „Made in Africa“

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Südafrika setzt für seine Zukunft auf die Schiene: Milliardeninvestitionen sind für Ausbau und Modernisierung der Fahrzeugflotten und des 20.000 Kilometer langen Netzes vorgesehen. Parallel dazu entsteht eine qualifizierte Bahnindustrie mit vielen neuen Arbeitsplätzen.

Für das ambitionierte Vorhaben, 240 BOMBARDIER TRAXX-Lokomotiven in Afrika zu bauen, hat der staatliche Bahn- und Hafenbetreiber Transnet Bombardier Transportation South Africa (Pty) Ltd als Partner gewählt. Das wirklich Besondere daran ist, dass die TRAXX Africa im Land von Südafrikanern für Südafrika gebaut wird – also gänzlich eine Lok „Made in Africa“ sein wird.

Kohle und Erz – das sind die wesentlichen Güter, die in Südafrika transportiert werden müssen. Dabei eröffnen die langen Wege zwischen Minen, Häfen und den wenigen Ballungszentren für die Eisenbahn, die umweltfreundlich und kostengünstig große Mengen befördern kann, eine geradezu ideale Voraussetzung. Gleichwohl wurde die Schieneninfrastruktur Jahrzehnte lang vernachlässigt. Über 70 Prozent des Frachtaufkommens wanderte deshalb auf die Straße ab. Das will die Politik nun grundlegend ändern. Im Rahmen von Black Economic Empowerment.

Fertigungskapazitäten, Ausbildungs- und weitere Qualifizierungsmaßnahmen für lokale Angestellte sowie Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort, unterstützt Bombardier Transportation Südafrikas Black Economic Empowerment Programm – einem langfristigen Regierungsprogramm zur Verbesserung der Beschäftigungschancen für die schwarze Bevölkerungsmehrheit – sollen zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden.
Durch Investitionen in regionale Fertigungskapazitäten, Ausbildungs- und weitere Qualifizierungsmaßnahmen für lokale Angestellte sowie Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort, unterstützt Bombardier Transportation Südafrikas Black Economic Empowerment Programm – einem langfristigen Regierungsprogramm zur Verbesserung der Beschäftigungschancen für die schwarze Bevölkerungsmehrheit – sollen zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden.

In diesem Zusammenhang ist der zwischen Transnet Freight Rail und Bombardier unterzeichnete Vertrag von 2014, der 240 TRAXX-Lokomotiven zur Verfügung stellt, nicht nur ein großer Sprung nach vorne, sondern wird auch eine wichtige Rolle im langfristig angelegten Black Economic Empowerment Programm des Landes spielen.

Das fördert das lokale Wachstum, bedeutet aber auch eine zuverlässige, robuste regionale Lieferkette. „Durch gezielten Know-how-Transfer ist es uns gelungen, über unseren eigenen Standort hinaus ein Netz von Zulieferern aufzubauen, die unseren strengen Qualitätsanforderungen genügen und damit internationale Standards erfüllen“, erklärt Henk Ekkelenkamp, Projektleiter bei TRAXX Africa. „Da wächst ein hochqualifizierter Industriezweig heran.“

Bombardier hat sich verpflichtet,mehr als 60 Prozent des Vertragsumfangs lokal umzusetzen.

 liefert Bombardier an Transnet Freight Rail.
240 BOMBARDIER TRAXX Lokomotiven liefert Bombardier an Transnet Freight Rail.

Die Afrika-Version der weltweit hundertfach in verschiedenen Variationen eingesetzten TRAXX-Lokomotiven wird für die schmale Kap-Spur mit einer Spurweite von gut einem Meter als Multisystem-Elektrolok gebaut. Mit ihr will Transnet Freight Rail extrem lange Kohle- und Erzzüge mit bis zu 200 Waggons – der doppelten Länge bisheriger Güterzüge – befördern. Das elektrische Streckennetz ist derzeit etwa 8.000 Kilometer lang. Bis zum Ende des Jahrzehnts werden den ehrgeizigen Plänen zufolge umgerechnet rund 30 Milliarden Euro in die Modernisierung der Bahnsysteme fließen. Südafrika will schon 2019 das fünftgrößte Eisenbahnnetz der Welt betreiben.

Die Modernisierung der Eisenbahn ist nur ein Teil des National Infrastructure Plan.

Eines der Ziele ist die Verbesserung des Schienenverkehrs im Korridor zwischen der Hafenregion von Durban und der Provinz Gauteng rund um die Metropole Johannesburg, den beiden größten Industriezentren des Landes. An diesen zwei Standorten finden auch die wesentlichen Arbeiten zum Bau der Lokomotiven statt: Während die Firma DCD Rolling Stock in Boksburg die Wagenkästen fertigt und Bombardier die elektrische Ausrüstung in Isando bereitstellt, erfolgen die Produktion der Drehgestelle sowie die Endmontage in Zusammenarbeit zwischen Transnet Engineering und Bombardier Transportation in Durban. Gleichzeitig tragen viele weitere Unternehmen in ganz Südafrika zu diesem Großprojekt bei – eine starke lokale Wertschöpfungskette sichert somit der Industrie des Landes eine nachhaltige Zukunft.

Bombardier in Südafrika

An der Erneuerung der Eisenbahn in Südafrika ist Bombardier schon seit mehr als 20 Jahren beteiligt. Auch bei früheren Aufträgen spielte die lokale Wertschöpfung durch heimische Fertigung eine entscheidende Rolle. Meilensteine waren die Lieferung von 96 BOMBARDIER ELECTROSTAR-Fahrzeugen für den Schienennahverkehr des Gautrain Rapid Rail Link im Großraum Johannesburg, die größtenteils in Südafrika hergestellt wurden, sowie die Implementierung des BOMBARDIER INTERFLO 200-Betriebsleitsystems für mehrere Strecken im Großraum von Durban im Rahmen eines Infrastruktur-Modernisierungsprogrammes.