Mobilität für Metropolen

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U-Bahnen erleben weltweit eine stürmische Renaissance. Eine in den letzten Jahren rasant wachsende Zahl von Städten und Ballungsräumen entdeckt moderne, leistungsstarke Metrosysteme als nachhaltige und zugleich attraktive Antwort auf ihre ins Chaos ausufernden Verkehrsprobleme. Ob Neubau, Erneuerung oder Ausbau der Systeme – mit mehr als 40 realisierten Metroprojekten weltweit ist Bombardier Transportation seit Jahrzehnten verlässlicher und vorausschauender Partner für komfortable Mobilitätslösungen.

Im Jahr 2015 feierte der Stadtstaat Singapur eine bedeutsame Erweiterung seines Schienennetzes. Nach der Eröffnung des ersten Abschnitts im Dezember 2013 ging im Dezember 2015 der 16 Kilometer lange zweite Abschnitt der Metrostrecke „Downtown Line“ (DTL) mit weiteren zwölf neuen U-Bahnhöfen in Betrieb. „Wir wollen Singapur zu einer sicheren, grünen „car-lite“-Metropole machen“, erklärte Premierminister Lee Hsien Loong bei der Eröffnungsveranstaltung. „Gönne deinem Auto eine Pause“ ist denn auch das Motto, mit dem die neue „DTL“ für sich wirbt. Noch für dieses Jahr ist die Fertigstellung des dritten Bauabschnitts der DTL mit weiteren 21 Kilometern und 16 Stopps geplant: Sodann verfügt Singapur über eine 42 Kilometer lange wichtige West-Ost-Verbindung, die zudem mit einer Schleife im Streckenverlauf viele Punkte in der Innenstadt umsteigefrei erreichbar macht. Mit 42 km Länge und fast einer halben Million Fahrgäste pro Tag wird die DTL die längste vollautomatische U-Bahnlinie der Welt sein. Für das Milliardenprojekt lieferte Bombardier 276 MOVIA Metrowagen.

Für die „Downtown Line“ (DTL) lieferte Bombardier insgesamt 276 voll automatisierte MOVIA Fahrzeuge. Mit 42 km Länge wird die DTL die längste vollautomatische U-Bahnlinie der Welt sein.
Singapur Metro Für die „Downtown Line“ (DTL) lieferte Bombardier insgesamt 276 voll automatisierte MOVIA Fahrzeuge. Mit 42 km Länge wird die DTL die längste vollautomatische U-Bahnlinie der Welt sein.
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Acht von zehn Haushalten werden dann bis zur nächsten Metrostation nur einen Fußweg von maximal zehn Minuten haben

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Bis zum Jahr 2030 will Singapur den Worten des Premierministers zufolge das U-Bahnnetz auf 360 Kilometer Länge verdoppeln: „Acht von zehn Haushalten werden dann bis zur nächsten Metrostation nur einen Fußweg von maximal zehn Minuten haben“, erklärte Lee Hsien Loong. Im Stadtstaat an der Südspitze der malaiischen Halbinsel drängen sich 5,5 Millionen Einwohner auf einer Fläche, die in etwa der deutschen Hafenstadt Hamburg mit weniger als halb so vielen Einwohnern entspricht. Trotz der Einrichtung eines Mautsystems für private Pkw hat der Individualverkehr in Singapur nach Angaben der „Land Transport Authority“ noch einen Anteil von 41 Prozent. Im „car-lite“-Zustand soll er bis 2020 auf 30 Prozent sinken – dank eines mit erheblichen Investitionen ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs.

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Der Anzahl der Städte, die über ein Metrosystem verfügen, ist deutlich gestiegen

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Die Verkehrsprobleme Singapurs sind denen vieler Mega-Städte und Metropolen vergleichbar. Und sie alle setzen nun auf Metrosysteme als Rückgrat der Mobilität. Rund 150 Jahre nach der Eröffnung der ersten U-Bahn in London ist die Zahl der Städte mit U-Bahnsystemen seit den 60er, 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts sprunghaft gestiegen. Nach Berechnungen des internationalen Verbandes für öffentlichen Nahverkehr UITP gibt es weltweit rund 150 Städte mit Metrosystemen. Und jedes Jahr werden es mehr. Das weltweite jährliche Marktwachstum schätzen Experten auf etwa zehn Prozent. Allein in China entstanden in den letzten Jahrzehnten mehr als ein Dutzend U-Bahnsysteme. Fast ein Jahrhundert lang hatte die Zahl der U-Bahn-Städte rund um den Globus bei etwa 20 stagniert. Der Grund liegt auf der Hand: Die Investitionen in unterirdische oder oberirdische Bahnsysteme sind nicht ganz unerheblich. Doch die anhaltende Urbanisierung führt immer mehr zu der Erkenntnis, dass Megacities und Ballungsräume nur mit leistungsfähigen, hochwertigen und technisch innovativen Bahnsystemen vor dem Verkehrskollaps bewahrt werden können. Nur so lässt sich reibungslose Mobilität und Lebensqualität für die Abermillionen von Bewohnern realisieren. Zuverlässige und effiziente Schienennahverkehrssysteme wie U- und S-Bahnen sind zunehmend unabdingbare Voraussetzung für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit moderner Großstädte.

Singapur

Für die „Downtown Line“ (DTL) lieferte Bombardier insgesamt 276 voll automatisierte MOVIA-Fahrzeuge der modernsten Generation. Ein Teil der Flotte ist bereits seit Ende 2013 auf dem ersten fertiggestellten Abschnitt und seit Ende 2015 auf dem zweiten Abschnitt der DTL unterwegs. Die Inbetriebnahme der restlichen Fahrzeuge auf der gesamten 42 Kilometer langen Linie wird noch dieses Jahr abgeschlossen sein. Gefahren werden 70 Meter lange Drei-Wagen-Züge im fahrerlosen Betrieb mit 80 km/h Höchstgeschwindigkeit. Es ist die längste automatisierte U-Bahnlinie der Welt. Gerechnet wird mit einer halben Million Fahrgäste pro Tag. Die fahrerlosen Bombardier U-Bahnen sind auf der DTL für einen sicheren Betrieb bei Zugfolgen von 100 Sekunden ausgelegt.

Angesichts der hohen Investitionen für den Bau von Tunnel- oder Hochbahn-Infrastrukturen steigen auch die wirtschaftlichen, technischen und betrieblichen Anforderungen an Metrosysteme selbst. So gilt es modulare Plattformkonzepte und kostengünstigere Fahrzeugbauweisen zu entwickeln, die Energieeffizienz zu erhöhen und die Betriebskosten während des gesamten Lebenszyklus‘ zu senken. Als einer der führenden Anbieter von hoch effizienten U-Bahnsystemen stellt sich Bombardier seit Jahren diesen Anforderungen. Fast 5.000 Fahrzeuge sind bereits im Einsatz und befördern pro Jahr geschätzt sieben Milliarden Menschen.

Nahezu 5.000 Fahrzeuge sind bereits im Betrieb und befördern um die sieben Milliarden Menschen pro Jahr.

Die neue Metro Plattform ist für hohe Kapiztitäen ausgelegt und ein Wagen hat bis zu vier Türen pro Seite. Die Türbreiten variieren von 1.400 bis 1.600 mm und ermöglichen so schneller ein- und aussteigen.
BOMBARDIER MOVIA Maxx. Die neue Metro Plattform ist für hohe Kapiztitäen ausgelegt und ein Wagen hat bis zu vier Türen pro Seite. Die Türbreiten variieren von 1.400 bis 1.600 mm und ermöglichen so schneller ein- und aussteigen.

Die MOVIA Metro Plattform liefert High-Tech-Fahrzeuge mit einer Transport-Kapazität von bis zu 160.000 Passagieren je Stunde und Richtung. Und das auf hohem Komfort-Niveau: Klimatisierung, breite Ein- und Ausstiegsbereiche, geringe Geräuschentwicklung im und außerhalb des Fahrzeugs auf seinen besonders leise laufenden FLEXX-Drehgestellen. Die sowohl in rostfreiem Stahl als auch in Aluminium-Leichtbauweise konzipierten Fahrzeuge sind mit effizienten Antrieben und der Rückgewinnung von Bremsenergie über Bombardiers MITRAC-Technologie sparsam im Energieverbrauch. Niedrige Betriebskosten werden zudem mit durchdachten Wartungs- und Instandhaltungskonzepten gesichert. Flexible Designs ermöglichen es, Innenraumgestaltung und Sitzanordnungen den Kundenwünschen anzupassen.

Ein Regenbogen an der Decke. Außer dem Anstrich wurden die Felswände in ihrem ursprünglich Zustand belassen. Dadurch entsteht der Eindruck, man sei in einer natürlichen Höhle.
Metro Station in Stockholm. Ein Regenbogen an der Decke. Außer dem Anstrich wurden die Felswände in ihrem ursprünglich Zustand belassen. Dadurch entsteht der Eindruck, man sei in einer natürlichen Höhle.

Auch die schwedische Hauptstadt Stockholm hat sich zum Ziel gesetzt, seiner Bevölkerung eine attraktive Lebensqualität und Mobilität ohne Auto zu bieten. Nicht viel anders als in Singapur will die Verkehrspolitik in Stockholm den Pkw-Individualverkehr und seine Staus aus der City zurückdrängen. Autofahrer werden mit Mautgebühren belastet. Zugleich wird das Angebot an öffentlichem Nahverkehr ausgebaut. Die Planer erwarten, dass Stockholm bis 2030 etwa ein Viertel mehr Einwohner haben wird als derzeit. Schon heute verkraften die Verkehrswege die erheblichen Pendler-Ströme kaum. Sollten sie künftig vorwiegend auf der Straße fließen, müssten viele – so eine Studie der Stadt Stockholm – auf unvorstellbare 45 Meter Breite mehr als verdoppelt werden. Die Alternative ist der Ausbau des Nahverkehrs: Auf der bestehenden, modernisierten „Red Line“ kommen in den nächsten Jahren 384 MOVIA C30 U-Bahnen der neuesten Generation zum Einsatz. Sie werden derzeit im Bombardier Werk in Hennigsdorf bei Berlin gebaut und sukzessive in Schweden in Betrieb genommen.

Stockholm

Für die „Red Line“ in der schwedischen Hauptstadt liefert Bombardier 384 High-Tech MOVIA C30 Metrofahrzeuge für 96 vierteilige Züge. Diese sind an beiden Enden mit Kabinen für die Fahrer ausgerüstet, aber bereits für den vom Betreiber geplanten fahrerlosen, automatischen Betrieb vorbereitet. Der Vertrag enthält eine Option zur Lieferung 80 weiterer Wagen.

Neu Delhi

Mit einem Großauftrag über weitere 162 moderne MOVIA-Fahrzeuge der aktuellen Generation stockt Bombardier den Metro-Fahrzeugpark in der indischen Hauptstadt Neu Delhi um fast ein Fünftel auf und macht die U-Bahn in Delhi damit zu einer der größten Flotten der Welt. In den vergangenen Jahren hatte Bombardier bereits über 600 Wagen dieses modernen Fahrzeugtyps für die Metro Neu Delhi ausgeliefert. Die bisher eingesetzten Sechs-Wagen-Züge mit einer Kapazität von etwa 2.200 Passagieren können bei weiter steigender Nachfrage mit der jetzt vorgesehenen Ergänzung der Flotte auf Acht-Wagen-Züge mit Platz für circa 3.000 Fahrgäste verlängert werden. Sie sollen auf den beiden wichtigsten Metro-Linien eingesetzt werden.

Diese modernen Fahrzeuge sind bereits für den vollautomatischen Betrieb vorbereitet, den Stockholm in den nächsten Jahren einführen möchte, um so einen noch reibungsloseren Nahverkehr zu realisieren. MOVIA C30 U-Bahnen zeichnen sich durch exzellente Verfügbarkeits-, Zuverlässigkeits- und Wartungswerte aus und punkten darüber hinaus mit geringen Lebenszykluskosten – alles Kriterien, die Stockholm bei der Wahl der neuen U-Bahnen wichtig waren. Zu Beginn dieses Jahres bekam Bombardier für seine MOVIA C30 Metro zudem den renommierten GOOD DESIGN® Preis, mit dem die Jury vor allem das Außendesign der Fahrzeuge würdigte. Es sei klarer Ausdruck des skandinavischen Stils – die U-Bahnen würden so zu einem unverwechselbaren Kennzeichen Stockholms werden.

London Underground

In der britischen Hauptstadt ist Bombardier Partner der umfassenden Erneuerung des ältesten Metrosystems der Welt. Für die Victoria Line und die diversen „Sub-Surface“ Linien wurden insgesamt über 1.770 Fahrzeuge geordert und seit Anfang des Jahrzehnts ausgeliefert.

Nordamerika

In Nordamerika ist Bombardier ebenfalls maßgeblich an der Flotten-Erneuerung beteiligt. Für das Bay Area Rapid Transit System (BART) in San Francisco sind 775 moderne Fahrzeuge der MOVIA-Generation als Ersatzbeschaffung geordert. Die Metro in Chicago erhält über 700 neue Fahrzeuge, die eine 30 Jahre alte Vorgänger-Generation ersetzen. Moderne Metro-Zukunft auch in Kanada: Die Metro in Toronto, bekannt als „Toronto Rocket“, bestellte bei Bombardier 420 Wagen für 70 Sechs-Wagen-Züge.