Ausgezeichnet!

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Bombardiers MOVIA C 30 Züge für die Stockholmer U-Bahn setzen neue Maßstäbe für Komfort und Kapazität. Mit preisgekröntem Design.

Die Stockholmer Verkehrsbetriebe (SL) haben sehr viel Wert darauf gelegt, gemeinsam mit uns eine Designsprache zu entwickeln, die im Hinblick auf Materialien und Formen Minimalismus und Ehrlichkeit ausdrückt und dabei den einzigartigen Charakter Stockholms vermittelt“, erklärt Michael Sohn, Head of Industrial Design bei Bombardier Transportation. „Unsere Motivation war der Wunsch, ein attraktives Fahrzeug mit hohem Wiedererkennungswert zu bauen“, so Sohn. Anerkennung für das Design gab es schon vorher – in Form des begehrten Designpreises GOOD DESIGN® Award, der Ende 2016 verliehen wurde.

Head of Industrial Design bei Bombardier Transportation
Michael Sohn Head of Industrial Design bei Bombardier Transportation
Mit dem Lichtband rund um die Windschutzscheibe ziehen die MOVIA C30 Züge alle Blicke auf sich.
Erleuchtet. Mit dem Lichtband rund um die Windschutzscheibe ziehen die MOVIA C30 Züge alle Blicke auf sich.

Stockholm hat eines der besten Nahverkehrssysteme der Welt. Das Netz der Metro „Tunnelbana“ ist mehr als 108 Kilometer lang – 62 davon verlaufen unterirdisch.

 

2013 in Auftrag gegeben, gehen die neuen Bahnen in 2019 auf der roten Linie der Stockholmer „Tunnelbana“ (T-Bana) in Betrieb. Hilfreich war, dass Hersteller Bombardier und die Verkehrsgesellschaft Storstockholms Lokaltrafik (SL) bereits eine langjährige Geschäftsbeziehung verbindet. Alle bisherigen Fahrzeuge für das Stockholmer U-Bahn-System T-Bana kommen von Bombardier oder einer ihrer Vorgängergesellschaften.

 

Ähnlich wie bei Architektur geht es auch beim Design von Zügen um das gesamte komplexe „Gebäude“ – von der Fassade über die Raumaufteilung bis hin zur Einrichtung. Alle Passagiere sollen sich wohlfühlen und gleichzeitig gilt es, komplexe Anforderungen an Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Das 1:1 Mock-up wurde während des gesamten Design- und Entwicklungsprozesses genutzt.
C30 Mock-up Das 1:1 Mock-up wurde während des gesamten Design- und Entwicklungsprozesses genutzt.

96 MOVIA U-Bahnen liefert Bombardier nach Stockholm. Der Auftrag beinhaltet zusätzlich eine Option über 80 weitere Fahrzeuge.

Mehr Passagiere, mehr Komfort

Mehr Kapazität und Fahrkomfort für alle – so lauteten zwei der Hauptanforderungen. Schließlich ist Stockholm eine der am schnellsten wachsenden Städte Europas – gebraucht werden daher nachhaltige Verkehrslösungen, die mit dem Wachstum Schritt halten – und die die Menschen überzeugen. Die neuen MOVIA C 30 sind deshalb schon auf den ersten Blick unverwechselbar und haben das Potenzial, zu einem neuen Sympathieträger für die T-Bana zu werden: Ein Lichtband rund um die Windschutzscheibe vorn und hinten am Zug rundet die markante Ästhetik der Fahrzeuge ab.

Die breiteren Türen erlauben schnelleres Ein- und Aussteigen.
Mehr Platz und Kapazität. Die breiteren Türen erlauben schnelleres Ein- und Aussteigen.
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Die Offenheit und Modernität fallen einem sofort ins Auge. Sie laden Fahrgäste geradezu ein.

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Insgesamt steht die Gestaltung in der „Skandinavian Design Tradition“ von Offenheit und Licht und spiegelt die grundlegenden Architektur- und Designmerkmale der Stadt wieder: Offenheit, Modernität und Vielfalt. Modern aber dennoch zeitlos: Die Fahrzeuge sollen schließlich mehr als 30 Jahre im Einsatz sein. Im Innenraum sorgen unter anderem geräumige Gänge und indirekte Beleuchtung für eine offene und helle Umgebung, eine neue Sitzanordnung für mehr Platz und Komfort. Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Kinderwagen oder auch großes Gepäck bekommen mehr Platz als bisher. Breite Türen ermöglichen schnelleres Ein- und Aussteigen – ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Passagierzahlen auf der Roten Linie, die gerade umfassend modernisiert wird: Bis 2021 sollen statt 24 bis zu 30 Züge pro Stunde auf der Strecke verkehren.

Für die Zukunft gerüstet
Die neuen vierteiligen Fahrzeuge für die Stockholmer T-Bana sind mit Fahrerkabinen ausgestattet, Vorkehrungen für eine mögliche Umstellung auf fahrerlosen Betrieb sind aber bereits getroffen. Für die Zukunft gerüstet sind die MOVIA C30 auch in anderer Hinsicht: So erfüllen sie strengste Umweltnormen zum Beispiel im Hinblick auf Energieverbrauch und Lärmpegel, die verwendeten Materialien sind zu 98 Prozent wiederverwertbar und die Wartungskosten gering.
Breite Gänge und gedämpfte Beleuchtung wirken attraktiv.
Mehr Komfort für Fahrgäste Breite Gänge und gedämpfte Beleuchtung wirken attraktiv.

„Wenn der öffentliche Nahverkehr attraktiv und nachhaltig gestaltet wird, wird das Fahrgastaufkommen steigen. Mit diesem U-Bahn-Design hat Stockholm diesen Ansatz zum Vorteil der Pendler und der Stadt selbst über viele Jahre hinaus auf eine neue Ebene gebracht,“ ist sich Thore Sekkenes sicher, Managing Director Bombardier Transportation Sweden.

Von der Idee zum Zug

Mit Hand und Stift gezeichnet wird nur noch in der Anfangsphase. 3D-Design-Programme haben die Bleistiftskizzen abgelöst. Vollkommen aufs Digitale können und wollen sich die Designer bei ihrer Arbeit aber dennoch nicht verlassen. Deshalb werden beispielsweise auch Modelle aus Hartschaum gefräst, um die Linienführung zu überprüfen. In ihrer Werkstatt bauen die Designer außerdem immer wieder einzelne Elemente oder sogar ganze Züge nach. Von der MOVIA C30 wurde ein 1:1-Mock-up eines Wagens gebaut und während des gesamten Design- und Entwicklungsprozesses als Arbeitswerkzeug genutzt. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden haben die Designer und Ingenieure von Bombardier die Designlösungen hinsichtlich ästhetischer Qualitäten, Ergonomie, Komfort und Funktionalität evaluiert und verifiziert.

Bei der Fertigungsplanung der MOVIA C30 hat Bombardier außerdem erstmals die Möglichkeiten der Virtuellen Fertigung genutzt. Bevor die tatsächliche Montage startete, konnten komplexe Montagevorgänge mithilfe von simulierten Herstellungsprozessen und Computermodellen virtuell validiert werden. Das sorgte für einen reibungslosen Beginn der realen Montage.